Pflegekasse zahlt Entrümpelung? Wann Sie bis zu 4.180 € bekommen
Kaum jemand weiß es, und die Pflegekasse hängt es nicht an die große Glocke: Wenn eine Entrümpelung das Wohnen mit Pflegebedarf sicherer macht, kann sie als wohnumfeldverbessernde Maßnahme bezuschusst werden – mit bis zu 4.180 €. Hier steht, wie Sie an dieses Geld kommen.

Der Satz fällt in fast jedem zweiten Beratungsgespräch, wenn es um die Wohnung pflegebedürftiger Eltern geht: „Das können wir uns gerade nicht auch noch leisten.“ Und fast immer folgt unsere Gegenfrage: Haben Sie schon mit der Pflegekasse gesprochen? Denn was viele Familien nicht wissen: Der Gesetzgeber hat für genau diese Situation Geld bereitgestellt – § 40 SGB XI nennt es „wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“. Sperriges Wort, konkreter Nutzen: bis zu 4.180 € Zuschuss, und eine Entrümpelung kann dazugehören.
Wer hat Anspruch auf den Zuschuss?
Die wichtigste Nachricht zuerst: Jeder anerkannte Pflegegrad reicht – auch Pflegegrad 1. Es spielt keine Rolle, ob zu Hause Angehörige pflegen oder ein Pflegedienst kommt, und das Einkommen wird nicht geprüft. Entscheidend ist allein, dass die Maßnahme die Pflege zu Hause ermöglicht, erleichtert oder die selbstständige Lebensführung wiederherstellt. Gestellt wird der Antrag bei der Pflegekasse der pflegebedürftigen Person – sie sitzt bei deren Krankenkasse.
Wann zählt eine Entrümpelung dazu?
Nicht jede volle Wohnung ist ein Fall für die Pflegekasse – aber öfter, als man denkt, ist sie es doch. Die Begründung muss zeigen, dass das Räumen dem Pflegealltag dient. Aus unserer Erfahrung werden vor allem diese Situationen anerkannt:
- Platz für Pflegebett oder Lift: Das Schlafzimmer muss umgeräumt und Möbel müssen weichen, damit Pflegebett und Pflegekraft Platz haben.
- Freie Wege für Rollator und Rollstuhl: Vollgestellte Flure und Zimmer werden zur täglichen Sturzgefahr – Räumen ist hier Prävention.
- Sturzquellen beseitigen: Zeitungsstapel, lose Kisten, zugestellte Treppen. Was für Gesunde Unordnung ist, ist mit 84 ein Krankenhausrisiko.
- Wohnung wieder pflegetauglich machen: Wenn eine stark vermüllte Wohnung erst begehbar werden muss, bevor ein Pflegedienst überhaupt arbeiten kann.
So viel Geld gibt es
| Situation | Zuschuss |
|---|---|
| Je Maßnahme und pflegebedürftiger Person | bis zu 4.180 € |
| Mehrere Pflegebedürftige im selben Haushalt | bis zu 16.720 € (max. 4 Personen) |
| Spätere neue Maßnahme bei veränderter Pflegesituation | erneut möglich |
Beträge nach § 40 Abs. 4 SGB XI, Stand 2026. Die Pflegekasse entscheidet im Einzelfall – verbindlich ist ihr Bescheid.
Der Antrag in 5 Schritten
- Vor dem Termin stellen – das ist die goldene Regel. Erst der Bescheid, dann die Entrümpelung. Nachträglich wird es schwer bis unmöglich.
- Kostenvoranschlag anfordern: Wir besichtigen kostenlos und erstellen einen Kostenvoranschlag, den Sie direkt einreichen können – hier anfragen, Stichwort „Pflegekasse“ genügt.
- Begründung beilegen: Ein bis zwei ehrliche Sätze reichen oft: „Damit das Pflegebett gestellt werden kann, müssen Schlafzimmer und Flur geräumt werden.“ Ein unterstützendes Wort vom Pflegedienst oder Hausarzt beschleunigt vieles.
- Formlos oder per Formular einreichen: Bei der Pflegekasse der pflegebedürftigen Person. Viele Kassen haben ein eigenes Formular für § 40 – anrufen und danach fragen spart Zeit.
- Bescheid abwarten, Termin machen: Sobald die Zusage da ist, legen wir los. Die Rechnung reicht die Familie danach bei der Kasse ein.
Aus der Praxis: Herr B. und der Rollator
Herr B., 81, Pflegegrad 2, wollte nach dem Krankenhaus zurück in seine Wohnung in Bochum-Wattenscheid. Das Problem: Mit dem Rollator kam er keine drei Meter weit – vier Jahrzehnte Leben standen ihm buchstäblich im Weg. Seine Tochter stellte den Antrag mit unserem Kostenvoranschlag über 1.850 €, der Pflegedienst schrieb zwei Sätze dazu. Drei Wochen später kam die Zusage, zwei Tage danach waren Flur, Wohnzimmer und Schlafzimmer frei – die Familie zahlte am Ende keinen Cent selbst. Wenn es um mehr geht als einzelne Räume, etwa weil ein Umzug ins Pflegeheim ansteht, ist eine komplette Haushaltsauflösung in Bochum oft der passendere Rahmen – auch dafür lässt sich der Zuschuss nutzen, wenn die Begründung stimmt.
Und noch ein Topf, den viele übersehen: Steht mit Pflegegrad ein Umzug an – etwa raus aus dem Stockwerk ohne Aufzug in eine barrierefreie Wohnung –, bezuschusst die Pflegekasse auch den, als eigene Maßnahme mit nochmals bis zu 4.180 €. Wie das funktioniert, steht im Zwillingsartikel Umzug mit Pflegegrad. Und fürs Formulieren des Antrags – samt kopierbarem Muster und der Abtretungserklärung, mit der die Kasse direkt an uns zahlt – gibt es unsere Antrags-Werkstatt; das Muster lässt sich mit zwei Handgriffen auf die Entrümpelung anpassen.
Häufige Fragen zum Pflegekassen-Zuschuss
?Geht der Zuschuss auch rückwirkend?
?Was ist, wenn die Entrümpelung mehr kostet als der Zuschuss?
?Übernimmt Movehaus den Papierkram?
Wir sind das Team, das seit 2008 in der Umzugs- und Entrümpelungsbranche anpackt – heute in Bochum und ganz NRW: Umzug, Entrümpelung, Haushaltsauflösung, Abriss und Reinigung aus einer Hand. Alles in diesem Ratgeber stammt aus über 1.500 eigenen Projekten – nicht aus fremden Blogs.